Atopische Dermatitis

Was gegen den Juckreiz hilft

Von Sara Bertsche · 2018

Wenn Kinder an Neurodermitis erkranken, leiden auch die Eltern mit. Letztere stehen zudem vor der Herausforderung, ihren Kleinen Linderung zu verschaffen und müssen sich zuweilen in Geduld üben – denn die Therapien sind aufwändig und manchmal mit Nebenwirkungen verbunden. Da kommen neue Präparate aus dem Forschungslabor gerade recht.

Kind kratzt sich am Arm. Thema: Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
Kratzen sich Kinder, kann es zu Entzündungen kommen.

Hierzulande sind rund 25 Prozent der Kinder unter sechs Jahren von Atopischer Dermatitis (AD) betroffen, auch bekannt als Neurodermitis. Die kleinen Patienten haben es schwer, denn die Symptome, zu denen trockene Haut, quälender Juckreiz und Ekzeme zählen, lassen das junge Gemüt nicht zur Ruhe kommen und den Alltag unbeschwert genießen. Die Ursachen für AD sind nicht bekannt, sicher ist aber, dass die genetische Veranlagung relevant und das Immunsystem der Auslöser ist: Dieses stuft irrtümlich harmlose Substanzen als Krankheitserreger ein und produziert Antikörper. Die Haut reagiert prompt, trocknet aus und verliert ihren natürlichen Film, der sodann den Körper vor schädlichen Bakterien oder Allergenen nicht mehr schützen kann. So verwundert es nicht, dass knapp 50 Prozent der Patienten später Heuschnupfen oder allergisches Asthma entwickeln. 

Therapien: eine aufwändige Angelegenheit 

Die Symptome treten oft in Schüben auf und können durch Stress oder Allergene ausgelöst werden. Da AD chronisch ist, muss auch in beschwerdefreien Phasen behandelt werden. Zur Basistherapie gehört die tägliche Hautpflege mit wirkstofffreien, rückfettenden Cremes. Auch ist auf einen guten Sonnenschutz zu achten, der besonders während der Einnahme von anti-entzündlichen Mitteln wichtig ist. Bei akuten Schüben kommen Salben oder Tabletten mit dem entzündungshemmenden Wirkstoff Glukokortikoid zum Einsatz. Vor der Anwendung mit Kortison müssen Eltern übrigens keine Angst haben – vorausgesetzt, es handelt sich um einem vernünftigen, fachkundigen Umgang durch einen qualifizierten Kinderdermatologen. In leichten bis mittelschweren Fällen können zudem kortisonfreie Alternativen bereits ausreichend Linderung verschaffen. 

Forschung: Hoffnung für schwere Fälle 

Aktuell loten Forscher Wirkstoffe aus, die vor allem Schwerstbetroffenen helfen sollen: So hat ein internationales Team, darunter das Helmholtz Zentrum München, ein Biologikum mit dem Antikörper Fezakinumab entwickelt, das Interleukine blockiert, jene Botenstoffe, die AD-Symptome auslösen. Eine Studie vom Februar 2018 ergab, dass der Schweregrad der Krankheit nach der Behandlung bei einigen Probanden um mehr als 50 Prozent gesenkt wurde – und das neu ohne die bekannten Kortison-Nebenwirkungen. Das Ergebnis sei laut Forschern ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu einer personalisierten Medizin. Zudem sei es wichtig, weiter nach alternativen und vor allem gut verträglichen Behandlungsformen zu forschen – auch für Kinder.

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