Karies bei Kindern

„Milchzähne brauchen Pflege“

Von Katharina Lehmann · 2019

Porträt: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich
Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Zahnarzt und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer

Nur wer seine Zähne täglich pflegt und putzt, kann sie lange gesund und schön erhalten, weiß Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Zahnarzt und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Kinder müssen die Zahnpflege lernen – schon mit dem ersten Zahn.

Müssen auch Milchzähne schon regelmäßig geputzt werden?

Auf jeden Fall – Milchzähne brauchen Pflege. Sie fallen zwar wieder aus, bis dahin haben sie aber wichtige Funktionen: Sie dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne, aber auch zur Sprachentwicklung und Nahrungsaufnahme. Werden sie nicht regelmäßig geputzt, drohen Schwellungen, Schmerzen und eitrige Abszesse. Im schlimmsten Fall müssen sie unter Vollnarkose behandelt werden.

Damit es nicht so weit kommt: Was müssen Eltern beachten?

Zähne müssen ab dem ersten Zahndurchbruch gepflegt werden. Eltern sollten hier Vorbilder sein – und am Anfang die Zahnpflege übernehmen, später dann zusammen mit ihren Kindern die Zähne putzen. Nur so lernen die Kleinen die tägliche Zahnpflege. Wichtig ist auch, dass Eltern ihren Kindern zwar selbst das Putzen überlassen. Bis zum achten Lebensjahr sollten sie aber noch einmal nachputzen. 

Quelle: Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V., 2017

Dann hat der Zahnarzt wenig zu tun?

Genau. Heute haben über 80 Prozent der Zwölfjährigen dank guter Zahnpflege und fluoridhaltiger Zahnpasta kein Karies und auch keine Füllung. Weniger positiv ist die Situation bei kleineren Kindern. Hier sehen wir immer öfter Karies, auch als die sogenannte Nuckelflaschenkaries. Die entsteht, wenn Kinder Saftschorle in der Flasche bekommen. Zucker und Säuren bilden gerade nachts, wenn die Speichelproduktion geringer ist, ideale Voraussetzungen für die Kariesbakterien. 

Das ist vielen Eltern gar nicht bewusst.

Deshalb ist es wichtig, schon mit Kleinkindern zum Zahnarzt zu gehen. Der weist auf Pflege- oder Ernährungsfehler hin und erkennt Karies frühzeitig. Früherkennung ist besonders wichtig, denn Karies entsteht, indem Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst werden. Fluoride, aufgetragen in der Zahnarztpraxis oder mit der Zahnpasta, fördern den Wiedereinbau dieser Mineralien. So muss weniger gebohrt werden, die Zähne bleiben länger gesund.

So macht Zähneputzen Spaß

Mit diesen Tipps animieren Eltern jedes Kind zum Zähneputzen:

Sei Vorbild

Kinder beobachten und ahmen nach. Daher ist gemeinsames Zähneputzen besonders interessant. 

Binde Bücher und Geschichten ein

Kinder lieben Geschichten – mit ihnen macht das Zähneputzen gleich doppelt so viel Spaß.

Lass das Kind die Zahnputz­materialien aussuchen

Cowboy oder Prinzessin, Schlumpf oder Micky Maus – der Einzelhandel hält eine bunte Palette an Kinderzahnbürsten parat. Wichtig ist aber: Die Bürste sollte einen dicken Griff, einen kurzen Kopf und abgerundete Borsten haben. Für die Zahnpasta gilt: Sie muss schon schmecken, sollte aber nicht immer süß sein. 

Nutze Zahnputz-Apps

Kleine Spiele motivieren Kinder zum besseren und längeren Zähneputzen. Doch Achtung: Gerade bei jüngeren Kindern kann darunter die Aufmerksamkeit für die richtige Zahnputztechnik leiden. 

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