Glückliche Kinder

Achtsamkeit für die Kleinsten

Von Nadine Effert · 2021

Eine Mutter mit ihrem Kind; beide lachen

Rund 14 Millionen Kinder leben in Deutschland – und jedes Kind ist auf seine Art einzigartig. Gibt es daher eine allgemeingültige Formel für glückliche Kinder? Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf unsere Sprösslinge? Und können Eltern dem Nachwuchs Glücklichsein und Zufriedenheit nachhaltig beibringen?

Was macht Kinder happy? Zu diesem Thema gibt es unzählige Ratgeber, Meinungen und Tipps. Kein Wunder, ist es doch der größte Wunsch von Eltern, ihre Kinder glücklich und gesund zu sehen. Wie schrieb der Dichter Johann Wolfgang von Goethe einst: „Für Kinder ist das Beste gerade gut genug.“ Doch was das „Beste“ im Einzelfall bedeutet, ist individuell unterschiedlich und dessen Umsetzung auch abhängig von Umständen, auf die Eltern nicht immer einen Einfluss haben – wie zum Beispiel die aktuelle Corona-Pandemie. 

Herausforderung Pandemie 

Seit dem letzten Jahr sind Mütter und Väter mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Videokonferenz im Homeoffice, Essen kochen, die Kinder beim Homeschooling unterstützen: Der Lockdown hat viele Eltern an ihre Grenzen gebracht – und darüber hinaus. Langeweile, vermehrter Zoff mit Geschwistern und Eltern, kein Vereinssport, kein Treffen mit Freunden – diese besonderen Umstände wirken sich psychisch auch auf Kinder aus, wie die aktuelle COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) verdeutlicht. Demnach zeigte ein knappes Jahr nach Beginn der Coronapandemie fast jedes dritte Kind hierzulande psychische Auffälligkeiten, auch psychosomatische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit und Magenschmerzen häuften sich. Auch das Gesundheitsverhalten der Kinder und Jugendlichen hat sich verschlechtert. 

Ungesunder Lebensstil 

Viele Kids ernähren sich ungesünder mit vielen Süßigkeiten und zehnmal mehr Kinder als vor der Pandemie machen überhaupt keinen Sport mehr. „Sport ist ganz wesentlich für das psychische und physische Wohlbefinden. Neben der für die gesunde Entwicklung so wichtigen Bewegung treffen Kinder und Jugendliche beim Sport auch ihre Freunde, lernen, sich in eine Mannschaft einzuordnen und mit Konflikten, Siegen und Niederlagen umzugehen“, sagt Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der COPSY-Studie und Forschungsdirektorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des UKE. Ein positives Ergebnis aus der Studie: Familien, die über einen guten Zusammenhalt berichten und viel Zeit mit ihren Kindern verbringen, gehen besser mit den Belastungen in der Pandemie um. Das Gute, so das Ergebnis der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) aus dem Jahr 2020: Zusammenhalt, für die Familie da sein, sich für sie einzusetzen, das liegt den Deutschen sehr am Herzen. Für mehr als 85 Prozent ist das besonders wichtig beziehungsweise erstrebenswert. 

Gesunde Weichen legen 

Apropos Sport und Ernährung. Zu wenig Bewegung und schlechte Essgewohnheiten sind ebenso Hauptursachen für Übergewicht. Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland hat zu viel auf den Rippen. Schlägt das Übergewicht in Fettleibigkeit um, leidet die Gesundheit immens. Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen etwa können die Folge sein. Krankheiten, die sonst nur Erwachsene haben. Eltern haben eine Vorbildfunktion und sind für die Entwicklung ihrer Kinder verantwortlich. Laut Studien werden Kinder mit hoher Wahrscheinlichkeit übergewichtig, wenn ihre Eltern dies ebenfalls sind. Umgekehrt entpuppen sich Kinder selten als Sportmuffel, wenn die Eltern sich auf Trab halten. 

„Sharing is Caring“ 

Ein Vorbild sind Mütter und Väter auch, was das Vermitteln von bestimmten Werten betrifft. Wayne Dosick, Religionswissenschaftler, Psychologe und Autor des Buches „Kinder brauchen Werte. 10 Lebensregeln, die Kindern Halt und Orientierung geben“, hat eine Liste an Werten erstellt, die Eltern ihren Kindern mitgeben sollten: Respekt, Wahrhaftigkeit, Fairness, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl, Dankbarkeit, Freundschaft, Friedfertigkeit, Streben nach persönlicher Reife sowie die Fähigkeit, an etwas zu glauben. Diese für den Autor zeitlosen Werte sollen das Leben der Kinder genauso wie den Umgang der Menschen miteinander erleichtern. Mitgefühl und Dankbarkeit sind auch wichtig beim Bewusstsein dafür, dass es nicht allen Kindern gut geht. So ist Kinderarmut durchaus ein Thema in Deutschland; in anderen Ländern der Welt ist Kinderarbeit an der Tagesordnung und es herrscht Hungersnot. Ein gesundes Konsumverhalten von Kindern fängt bei den Eltern an. Die Frage „Braucht mein Kind das wirklich?“ dürfen sich Eltern ohne schlechtes Gewissen stellen – und danach handeln. Kinder benötigen die Unterstützung ihrer Eltern, um den Unterschied zwischen einem Bedürfnis und einem Wunsch zu erkennen. Unterm Strich kann das – als praktischer Nebeneffekt – auch die monatlichen Ausgaben reduzieren, die laut Statistischem Bundesamt aktuell bei Paaren mit einem Kind bei durchschnittlich 763 Euro liegen. Rund die die Hälfte des Budgets fällt für die Grundversorgung wie Ernährung, Bekleidung und Wohnen an. Freizeit, Unterhaltung und Kultur machen rund 15 Prozent der Ausgaben aus.

Weitere Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: Elterninfo Übergewicht

Corona

Unterstützung für Familien 

• Bei Betreuung eines Kindes unter zwölf Jahren Anspruch auf Entschädigung für bis zu 20 Wochen 

• Mehr Kinderkrankentage für Eltern 

• Erleichterungen beim Elterngeld 

• Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende für 2020 und 2021 mehr als verdoppelt auf 4.008 Euro 

• Leichterer Zugang zum Kinderzuschlag 

• 150 Euro Kinderbonus je Kind in 2021 

Quelle: www.bundesregierung.de, Aufruf: 05.07.2021

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