Kopfläuse

Effektiv gegen das große Krabbeln

Von Nadine Effert · 2018

Kopf eines Kindes wird mit Läusekamm gekämmt.

Wenn es ständig auf dem Kopf juckt, liegt eine Vermutung besonders nah: Läusebefall. Vor allem Kinder und Jugendliche sind häufig betroffen. Für Eltern gilt: kein Grund zur Panik. Mit der richtigen Behandlung können die kleinen Parasiten schnell wieder vertrieben werden. Was hilft am besten? Und warum kann ein Verschweigen der Infektionskrankheit teuer werden? Hier die Antworten.

Mal kurz die beste Freundin in der Kita zur Verabschiedung umarmt, mal eben auf dem Schulhof die Köpfe zusammengesteckt, und schon ist es passiert: Die Kopflaus erweitert ihr Besatzungsgebiet – dank ihrer hakenartigen Klauen, mit denen sie sich an Haaren bestens festhalten kann. Ihr eigentliches Ziel ist die Kopfhaut, da sich die kleinen Tierchen von Blut ernähren. Die Stiche sind das, was den eigentlichen Juckreiz ausmacht. Doch wie können Eltern sicher sein, dass es sich tatsächlich um Läuse handelt? Schließlich sind selbst ausgewachsene Exemplare nur rund drei Millimeter groß. Besser zu erkennen, und mit dem klassischen Läusekamm verifizierbar, sind die Nissen, also die nahe der Kopfhaut abgelegten Eier. 

Vorsicht: großes Ansteckungsrisiko  

Sollte sich der Verdacht bestätigen, ist sofortiges Handeln angesagt. Der Grund: Die Ansteckungsgefahr ist hoch, und freiwillig verlassen die Quälgeister ihr haariges Zuhause leider nicht. Ein großer Irrtum ist übrigens, dass Kopfläuse etwas mit mangelnder Hygiene zu tun haben. Jeder kann Kopfläuse bekommen: Laut der Deutschen Pediculosis Gesellschaft e. V. sind etwa 85 Prozent aller Kinder irgendwann einmal betroffen. Daher sollten bei einem Befall auch alle Familienmitglieder untersucht und unbedingt die Kita oder die Schule informiert werden, damit sich nicht noch mehr Kinder anstecken. Also: keine falsche Scham, bitte. Die unverzügliche Meldung ist laut Paragraf 34 Abschnitt 5 des Infektionsschutzgesetzes sogar Pflicht. Bei Missachtung begehen Eltern eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden kann. Wobei in der Regel erst nach wiederholtem Verschweigen ein festgesetztes Bußgeld in Höhe von 2.500 Euro verhängt wird. 

Quelle: kopflaus.info, 2018

Kopfläuse: Das hilft gegen die Parasiten

Ist das Kind von den Blutsaugern befallen, steht die Frage im Raum: Was tun? Sorgfältig die Haare waschen und ausgiebiges „normales“ Kämmen? Das reicht leider nicht, um den flügellosen Insekten den Garaus zu machen. Hier helfen nur spezielle frei verkäufliche Mittel aus der Apotheke – sei es als Shampoo oder Spray. Dort gibt es auch Rat, welches Mittel für welches Kind geeignet ist. Standen einst nur neurotoxisch wirkende Läusemittel zur Verfügung, gehen heute hauptsächlich physikalisch wirkende Medizinprodukte über die Ladentheke. Sie basieren auf Silikonöl oder anderen Ölen, die in die Atemöffnungen der Läuse eindringen und sie ersticken. Die Mittel müssen in der Regel erneut nach sieben bis neun Tagen benutzt werden, da sie nur die Läuse, nicht aber die Nissen abtöten, aus denen nach diesem Zeitraum neue Larven schlüpfen. Es gibt auch Mittel zur einmaligen Anwendung – wobei Experten dennoch zu einem Test mit dem Läusekamm nach acht Tagen und gegebenenfalls erneuter Anwendung raten. Direkt nach der Anwendung dürfen die Kinder wieder in die Kita oder die Schule gehen – dafür ist kein ärztliches Attest nötig. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der kann auch auf Mittel zurückgreifen, die nicht nur die Plagegeister bekämpfen, sondern darüber hinaus für mehrere Tage hinweg einen Neuansteckungsschutz, etwa durch einen für Läuse unangenehmen Geruch, gewährleisten. Spar-Tipp zum Schluss: Wenn das Kind jünger als zwölf Jahre alt ist und ein Rezept vorliegt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für gängige Präparate.

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