Muttermilch

Unschlagbar gesund

Von Svenja Runciman · 2020

Breast is best: Wer stillt, bietet seinem Kind gleich von Beginn an die optimale Ernährung. Aber was genau macht Muttermilch eigentlich so bekömmlich? Und was kann man tun, wenn es mit dem Stillen nicht so klappt wie gewünscht?

Mutter stillt ihr Baby. Thema: Muttermilch
Das Füttern mit der Brust stärkt auch die Bindung zwischen Mutter und Baby. Foto: iStock / FamVeld

Muttermilch ist ein echtes „Powerfood“: Sie enthält genau die richtige Kombination aus Vitaminen, Proteinen, Mineralien, Immunstoffen und Enzymen. Eine Zusammensetzung, die so in keiner anderen Milch zu finden ist. Die Vorteile für Neugeborene sind enorm, schließlich stärkt Muttermilch das Immunsystem, schützt den Magen-Darm-Trakt vor Infektionen, beugt Allergien vor und fördert die motorische Entwicklung des Babys. Und: Das Brustgeben ist auch für die Mütter gesund, senkt das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs sowie Osteoporose. Und zu guter Letzt ist Stillen eine der besten Möglichkeiten, eine emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind aufzubauen – unter anderem mithilfe des Glückshormons Oxytocin, das dabei freigesetzt wird.

Erfreulich hohe Stillquote

Ein ganz besonderer Bestandteil in der menschlichen Muttermilch sind die humanen Milch-Oligosaccharide, die unverdaut in den Dickdarm gelangen und dort wichtige Aufgaben für das Immunsystem erfüllen. Sie fördern das Wachstum guter Darmbakterien, stärken die Darmbarriere-Funktion und schützen so vor dem Eindringen potenziell schädlicher Stoffe in den restlichen Körper-Kreislauf. Kein Wunder also, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu versorgen, sie also ohne weitere Speisen und Getränke außer Muttermilch zu ernähren. Und tatsächlich sind die Stillquoten von Müttern hierzulande hoch, wie die „Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsnahrung in Deutschland“, an der 109 Kliniken und 966 Mutter-Kind-Paare teilnahmen, zeigt. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) durchgeführte Studie ergab, dass die Quote bei 82 Prozent für „Stillen überhaupt“ und bei 56 Prozent für „ausschließliches Stillen vier Monate nach der Geburt“ liegt.

Von Schmerzen und Schwierigkeiten

Angesichts der positiven Wirkung ist es klar, dass fast jede Mutter den Wunsch hat, ihr Neugeborenes an die Brust zu legen und so bestmöglich zu versorgen. Eine Ausnahme müssen aber beispielsweise Frauen machen, die chronisch krank sind und Medikamente einnehmen. Aber auch bei gesunden Frauen ist das Stillen aufgrund körperlicher oder psychischer Einschränkungen nicht immer problemlos möglich. Gerade in den ersten Tagen berichten viele Mütter von Schwierigkeiten: Mal treten Schmerzen beim Stillen auf, mal hat das Neugeborene Schwierigkeiten, die Brustwarze richtig zu erfassen. Besonders herausfordernd – und der häufigste Grund für ein frühzeitiges Abstillen – ist jedoch ein Mangel an Muttermilch. In solchen Fällen sollte eine Stillberaterin, eine Hebamme oder ein Kinder- oder Frauenarzt konsultiert werden, ob die Milchmenge ausreicht oder gegebenenfalls eine Pumpe dabei helfen kann, die Milchproduktion in Gang zu bringen. 

Für Nähe und Geborgenheit sorgen

Selbst wenn weder Hilfsmittel noch bestimmte Stilltechniken helfen, gibt es keinen Grund, zu verzweifeln: Auch ein Kind, das mit Ersatzmilchnahrung ernährt wird, wird wachsen und gedeihen. Sogenannte Anfangsmilch oder Pre-Nahrung ist der Muttermilch am ähnlichsten und enthält alle wichtigen Inhaltsstoffe, wie unter anderem auch die so wichtigen Milch-Oligosaccharide. Bei der Verwendung ist es übrigens besser, nicht häufig die Marken zu wechseln, da dies Bauchschmerzen beim Kind hervorrufen kann. Und da bei Tests dieser Produkte immer wieder Schadstoffe gefunden werden, sollte man sich zunächst über die verschiedenen Anbieter am Markt und ihr Abschneiden informieren. 

Wenn es mit dem Stillen nicht klappt, ist es übrigens besonders wichtig, dem Kind auf andere Weise Nähe und Geborgenheit zu geben. Das ist beispielsweise möglich, indem man es beim Füttern immer im Arm hält und es so häufig wie möglich mit Tragetuch oder Babyschlinge am Körper trägt. So wird auch ohne Stillen eine enge Mutter-Kind-Bindung aufgebaut.    

Wussten Sie schon, dass …

... Kuhmilch nicht gut für Ihr Neugeborenes ist? Das Zufüttern in den ersten drei Lebenstagen erhöht das Risiko zur Ausbildung einer Nahrungsmittelallergie im Alter von zwei Jahren. Das hat eine in 2019 erschienene Studie im Fachmagazin JAMA Pediatrics zutage gebracht. 

... Babys, die nicht gestillt werden, im Kindesalter häufig mehr auf den Rippen haben? Laut Weltgesundheitsorganisation WHO gilt: Je länger ein Kind gestillt wird, desto größer ist der Schutz vor Fettleibigkeit.

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