Kopfläuse

Kein Grund für Hysterie

Von Nadine Effert · 2017

 Ein blondes Mädchen mit langem Haar kratzt sich am Kopf, vielleicht hat sie Kopfläuse.
Kopfläuse sind zwar lästig, aber ungefährlich.

Juckreiz auf dem Kopf, das ist in den meisten Fällen ein eindeutiges Indiz für Eltern: Mein Kind hat Kopfläuse! Es besteht zwar kein Grund zur Panik, doch muss den kleinen Quälgeistern rasch und effektiv der Kampf angesagt werden. Die Ansteckungsgefahr ist hoch – in Zeiten des Selfie-Wahns auch bei Jugendlichen.

Um vorweg mit einem Gerücht aufzuräumen: Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Es kann jedes Kind treffen – und zwar zu jeder Jahreszeit. Das stellt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in ihrer Informationsbroschüre fest. Es muss Eltern nicht peinlich sein, wenn das eigene Kind betroffen ist. Noch eine gute Nachricht: Die winzigen Plagegeister übertragen keine Krankheitserreger. Die schlechte Nachricht: Freiwillig verlassen sie ihr haariges Zuhause nicht. 

Kopfläuse übertragen keine Krankheiten, sind aber hartnäckig

Warum die Parasiten gerade auf dem Kopf – bevorzugt von Mädchen mit langem Haar – sich so wohlfühlen, dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen können sich die bis zu drei Millimeter großen Insekten an den Haaren prima festhalten und ihre Eier ankleben. Zum anderen ernähren sich die Läuse von Blut. Ein kleiner Biss genügt – bevorzugt im Nacken, im Bereich der Ohren oder Schläfen, wo die Haut dünner ist. Was den Schmarotzer satt macht, löst beim Kind den Juckreiz aus. Denn während dem Saugen gibt die Laus Speichel in die Bisswunde ab, damit das Blut nicht gerinnt. Die sichtbaren Hautreizungen und der Nachweis der Kopfläuse und ihren Eiern bringen den Kinderarzt schnell auf die richtige Spur. Tipp für Eltern: In der Apotheke einen Nissenkamm besorgen, um sich bei den ersten Anzeichen beim Kind selbst auf Spurensuche zu begeben. Ist der Befund positiv, darf das Kind, bis den kleinen Biestern der Garaus gemacht worden ist, nicht in die Kita oder Schule. Eltern sind zudem in der Pflicht, Erzieher beziehungsweise Lehrkräfte über den Läusebefall zu informieren. Auch Eltern von Freunden sollten vorsichtshalber Bescheid wissen und einen prüfenden Blick auf die Köpfe ihrer Kinder werfen. Der Grund: akute Ansteckungsgefahr!

Kopfläuse lieben Selfies 

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, von Kopf zu Kopf, oder auch durch das gemeinsame Benutzen von Kämmen, Fahrradhelmen und Mützen. Gerade Kids stecken gerne die Köpfe zusammen, wodurch Kopfläuse schnell ihren Wirt wechseln können. Laut Deutscher Pediculosis Gesellschaft sind Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren am häufigsten betroffen. Gebe es da nicht einen Trend, der den krabbelnden Parasiten sehr gelegen kommt: Selfies. Das Knipsen von Selbstporträts mit dem Smartphone lässt heute auch Jugendliche schnell zu Opfern der kleinen Blutsauger werden. Dies könnte laut Experten der Grund für eine Zunahme des Läusebefalls bei den 13- bis 15-Jährigen sein. Menschlicher Kontakt lässt sich jedoch nicht vermeiden und somit dem Lausbefall auch nicht vorbeugen. Und wie wird Kind die lästigen Begleiter wieder los?

Nur Läusemittel helfen

Fakt ist: Die winzigen Parasiten lassen sich weder durch „normales“ Kämmen noch durch Waschen der Haare beseitigen. Die BZgA und das Robert Koch-Institut raten zu einer Kombination aus Läusemittel und Auskämmen. Ob Shampoo oder Spray, Läusemittel gibt es rezeptfrei beim Apotheker. Er ist bei der Wahl des richtigen Mittels behilflich. So sollten die klassischen Läusebekämpfer nicht bei Kleinkindern angewendet werden. In diesem Fall eine effektive Alternative sind Mittel auf Silikonölbasis. Wo früher grundsätzlich mehrere Anwendungen nötig waren, um auch alle Nissen abzutöten, sind inzwischen Produkte erhältlich, bei denen die Prozedur nur einmal durchgeführt werden muss. Praktisch, so kann das Kind schnell wieder unter Leute, zurück in Kita oder Schule. Noch ein paar Anti-Stress-Tipps zum Schluss: Putzorgien mit speziellen Waschmitteln sind unnötig, da die Übertragung durch Gegenstände und Textilien praktisch keine Rolle spielt. Und auch das Eintüten oder gar Einfrieren von Kleidung oder Kuscheltieren kann man sich getrost sparen.

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