Gesunde Haut

Finger weg von Olivenöl

Von Wiebke Toebelmann · 2017

Es gibt doch nichts Schöneres als duftende, weiche Babyhaut. Damit sie auch so bleibt und es nicht zu Irritationen kommt, ist eine besondere Pflege erforderlich. Die goldenen Regeln: Produkte sparsam verwenden und bei Problemhaut den Arzt konsultieren. Und eine neue Studie räumt mit einem Mythos auf.

 Ein Tropfen Olivenöl fällt in ein Glas Olivenöl.
Olivenöl mag im Salat schmecken, für die Haut Ihres Babys ist es aber nichts.

Eine aufrüttelnde Zahl: Rund 15 bis 20 Prozent der Vorschulkinder leiden an Neurodermitis, jener in Schüben verlaufenden Hauterkrankung, bei der ein schuppiger Ausschlag für quälenden Juckreiz sorgt. Experten vermuten, dass sich die Zahl der Menschen mit Neurodermitis gar alle zehn Jahre verdoppelt. Es wird vermutet, dass neben Umwelteinflüssen auch übermäßige Hygiene und falsche Hautpflege für diesen Anstieg verantwortlich sind. Und da lässt sich schon im Säuglingsalter viel falsch machen. 

Hautbarriere kann geschädigt werden

Fest steht: Kinderhaut ist viel empfindlicher als die von Erwachsenen, was an der noch durchlässigen Zellstruktur der Hornschicht liegt und den unvollständig ausgebildeten Schweiß- und Talgdrüsen. Die Folge: Keime dringen leichter ein und Feuchtigkeit entweicht, was wiederum Irritationen hervorrufen kann. Das Credo: Weniger ist mehr. Das fängt schon bei der Reinigung an. Ein „Zuviel“ laugt die empfindliche Haut aus und schädigt den Säureschutzmantel. Im ersten Lebensjahr empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein Bad ein- bis zweimal in der Woche – mit klarem Wasser und gegebenenfalls einem Spritzer Mandelöl. Viele Hebammen raten zur Pflege mit Oliven- oder Sonnenblumenöl. Absolut falsch, sagen nun Mediziner des englischen St. Mary’s Hospital und der Manchester University: Die Öle können sich sogar nachteilig auf die Hautbarriere auswirken. Bei einer Studie wurden 115 Neugeborene 28 Tage lang zweimal täglich mit Sonnenblumen- oder Olivenöl oder ausschließlich mit Wasser behandelt. Dabei kam heraus, dass die Struktur der Lipidlamellen, welche die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützt und das Eindringen von Allergenen und die Entstehung von Infektionen verhindern soll, durch die Öle geschädigt worden war. 

Eincremen nicht vergessen

Grundsätzlich gilt: Wirkt die Haut des Kindes glatt und rosig, läuft bei der Pflege alles richtig. Bilden sich aber trockene, schuppige Stellen, ist das ein Alarmsignal: Offenbar ist das Wasserbindungsvermögen der Haut gestört, und es könnte sich sogar um eine Neurodermitis handeln. Jetzt ist konsequentes Eincremen angesagt, mit einer hypoallergenen, parfümfreien Lotion. Wichtig ist, den Empfehlungen des Kinderarztes zu folgen, denn jedes Kind reagiert anders. Es gibt zum Beispiel heilende Kleie- oder Molkebäder. Für die einen sind sie gut verträglich, für Kinder mit Milch- oder Weizenallergie aber nicht. Liegt übrigens die Diagnose Neurodermitis vor, verschreibt der Arzt für die befallenen Hautpartien zusätzlich zur Ganzkörper-Lotion noch eine entzündungshemmende Salbe oder – besonders in schweren Fällen – auch Kortison.

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