Sichere Schlafumgebung

Wachsamkeit statt Hysterie

Von Tobias Lemser · 2017

Wissen, wie es auch nachts um die Kleinsten steht? Apps, Babyphones oder Sensormatten machen es möglich. Neueste Modelle warnen vor dem größten Albtraum aller Eltern, dem plötzlichen Kindstod. Die gute Nachricht: Seit propagiert wurde, die Säuglinge zum Schlafen stets auf den Rücken zu legen, sind die Todesfälle stark zurückgegangen.

 Eine Mutter steht an der Wiege ihres Neugeborenen und schaut, ob es schläft.
Die richtige Schlafumgebung schützt Ihr Baby

Bloß nichts falschmachen! Schmunzelnd blicken so manche Eltern auf die ersten Lebensmonate ihres Erstgeborenen zurück. Zu groß die Bedenken, den Sprössling nicht richtig angezogen, gefüttert oder gebettet zu haben. Zu jeder Zeit waren die Antennen auf Empfang. Doch Hysterie hin oder her: Geht’s um unsere Jüngsten, sollte die Sicherheit an erster Stelle stehen. Stichwort: plötzlicher Kindstod – eine der häufigsten Todesursachen von Babys innerhalb des ersten Lebensjahres.

Baby auf den Rücken legen

Im Jahr 2014 starben laut Statistischem Bundesamt 119 Babys den plötzlichen Kindstod, 1991 lag die Zahl noch bei 1.285. Besonders beunruhigend: Trotz des Rückgangs sind die Ursachen bis heute nicht eindeutig geklärt. Experten gehen jedoch von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Schwangerschaftsverlauf, körperlicher Zustand des Kindes und Umgebungseinflüsse aus. Größte Risikofaktoren neben dem Rauchen sind vor allem Überwärmung im Kinderbett und das Liegen auf dem Bauch. Die Gefahr: Schläft das Baby in Bauchlage, wird die Atmung durch den Druck auf die Lunge oder die Matratze vorm Gesicht behindert. Normalerweise lösen genau dann die Botenstoffe Serotonin und Orexin eine Aufwach-Reaktion aus. Wie australische Kinderärzte 2016 herausfanden, war das Niveau von Orexin im Gehirn jener Babys, die an Plötzlichem Kindstod starben, um 20 Prozent niedriger. Mit der Folge, dass dieses lebenserhaltende Notprogramm nicht greifen konnte.

Sicherheitsmaßnahmen gegen plötzlichen Kindstod ergreifen

Um das Drehen auf den Bauch, aber auch das Bedecken von Mund und Nase mit einer Decke oder einem Kissen zu vermeiden, raten Experten zu einem Schlafsack. Wer sich dennoch unsicher fühlt und die Kleinsten jederzeit unter Kontrolle haben möchte, ist zusätzlich mit einer Sensormatte gut beraten. Unter die Matratze gelegt, schlägt sie bei möglichen Atemaussetzern Alarm. Empfehlenswert sind Modelle, die frei von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern sind und nur dann funken, wenn mögliche Probleme bei der Atmung oder auch Geräusche erkannt werden. Häufig sind diese Systeme mit einem Babyphone kombiniert. Auch für unterwegs wird es immer leichter, das Befinden der Kleinen jederzeit im Blick zu haben. Mittlerweile gibt es auch einige Apps, die Geräusche wahrnehmen und per Anruf die Eltern informieren, wenn das Kind beispielsweise im Nebenzimmer weint. Da die Apps auch Nebengeräusche wahrnehmen, kann sich allerdings so mancher Anruf schnell als Fehlalarm entpuppen. Doch was tun wir nicht alles, damit es unseren Kleinsten gutgeht? 

Schutz vor plötzlichem Kindstod: Schlafempfehlungen für das erste Lebensjahr

  • Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken. Auch die Seitenlage ist nicht empfehlenswert, weil sich das Baby im Schlaf auf den Bauch drehen könnte.

  • Sorgen Sie dafür, dass zumindest im Schlafzimmer nicht geraucht wird. Am besten verzichten ganz auf das Rauchen.

  • Legen Sie Ihr Baby möglichst in sein eigenes Bettchen in Ihrem Schlafzimmer.

  • Stellen Sie sicher, dass der Kopf des Babys nicht durch Bettzeug bedeckt werden kann.

  • Verwenden Sie Schlafsäcke statt Bettdecken.

  • Verwenden Sie eine Matratze, die nicht zu weich ist.

  • Geben Sie Ihrem Baby kein Kopfkissen. 

  • Vermeiden Sie Überwärmung, Ihrem Kind darf weder zu heiß noch zu kalt sein. Die Zimmertemperatur sollte beim Schlafen etwa bei 16 bis 18 Grad Celsius liegen.

    Quelle: kindergesundheit-info.de, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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