Ohrenpflege

Vorsicht, Verletzungsgefahr!

Von Nadine Effert · 2017

Ein Erwachsener reinigt das Ohr eines Babys mit einem Wattestäbchen.

Auch bei Kindern macht es sich hin und wieder am Gehörgang bemerkbar: das Ohrenschmalz. Während es die Kleinen nicht stört, liegt den meisten Eltern viel daran, das zähe, gelbliche Sekret aus ästhetisch-hygienischen Gründen z.B. mit Wattestäbchen zu entfernen. Dagegen ist per se nichts einzuwenden, allerdings kommt es auf das Wie an.

Bestimmt kommt folgender Satz vielen Eltern bekannt vor, schließlich kommt er aus ihren Mündern: „Komm mal her, deine Ohren sind dreckig!“. Alles schön sauber halten, so lautet die Devise – auch wenn es um das Kind und dessen Ohren geht und natürlich auch, wenn es noch in den Windeln steckt. In der Tat sieht das gelbliche, zähe Sekret nicht gerade appetitlich aus. Also weg mit dem, was im Fachjargon Cerumen genannt wird. Schließlich tut man auch mit der Entfernung Kind und Lauschern nur Gutes. Doch stimmt das so? Nicht ganz.

Ohr reinigt sich im Grunde selbst

Dem Ohrenschmalz den bloßen „Dreck-Stempel“ aufzudrücken, ist nicht gerechtfertigt. Das Sekret erfüllt nämlich wichtige Funktionen: Es bildet einen schützenden Film über der empfindlichen Haut des Gehörgangs und somit ein Schutzschild gegen Krankheitserreger. Das ist besonders bei Babys und Kleinkindern wichtig, da ihre Ohren empfindlicher sind als die eines Erwachsenen. Zudem werden Schmutz, abgestorbene Haut- und Staubpartikel als Anhängsel über die zarten Flimmerhärchen in Richtung Ohrmuschel befördert. Das Hörorgan verfügt also über ein cleveres Selbstreinigungssystem. Bedeutet das nun, dass die Ohren des Kindes gar nicht gereinigt oder gepflegt werden sollten? Doch, aber auf die sanfte Tour.

Hände weg von Wattestäbchen

Das Ohrinnere, der Gehörgang, sollte auf keinen Fall mit Wattestäbchen gereinigt werden. Und zwar aus guten Gründen: Zum einen fördern Wattestäbchen die Pfropfbildung im Ohr, da mit dem sieben Zentimeter langen Stäbchen das Schmalz in die falsche Richtung geschoben wird. „Schlecht hören“ ist ein typisches Indiz für einen Pfropf, der von einem Mediziner entfernt werden sollte. Zum anderen sind Kinder oft ungeduldig, drehen den Kopf plötzlich weg. Dadurch besteht erhöhte Gefahr, dass die sensible Haut im Ohr oder gar das Trommelfell in Mitleidenschaft gezogen werden. Egal ob Baby- oder Kinderohren, in der Regel reicht für die Reinigung der äußeren Ohrmuschel ein feuchtes Papiertuch aus. Tipp für kleine Öhrchen: das Tuch an einer Ecke zu einer Spitze zusammendrehen. Als sanfte Reinigungsunterstützung bieten sich altersgerechte Ohrensprays an, die das Schmalz aufweichen und besser abfließen lassen. Auch eine Option: Während dem Waschen oder Baden die Ohrmuscheln mit Waschlappen und lauwarmen Wasser säubern. Danach stets gut abtrocknen, auch in der Falte hinter dem Ohr, um Infektionen zu vermeiden. Fazit: Falls die kleinen Ohren eine Reinigung brauchen, immer Vorsicht walten lassen und sanfte Reinigungsmethoden wählen.

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