Pflanzliche Arzneimittel

Die Renaissance der Kräuter

Von Frank Wagner · 2017

 Ein Apfel, dessen Gehäuse aus grünen Kapseln besteht, steht symbolisch für Phytopharmaka.
Phytopharmaka sind bei Eltern beliebt

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, behaupten manche Naturheiler. Zahlreiche klassische Medikamente kann man ersetzen, sagen andere. Auf jeden Fall sind viele Eltern froh, wenn sie ihren Kindern nicht immer gleich „Chemiekeulen“ verabreichen müssen.

Im Jahr 2015 machten die deutschen Apotheken mit rezeptfreien Phytopharmaka, also rein pflanzlichen Arzneimitteln, einen Umsatz von rund 1,15 Milliarden Euro. Im Gegensatz zum Vorjahr war das ein Anstieg von über fünf Prozent. Warum solche Produkte, die vor allem im Rahmen der Selbstmedikation verwendet werden, gerade bei Eltern so beliebt sind, liegt auf der Hand: Sei es auf dem Spielplatz, im Kinderzimmer oder im Sommer­urlaub – stets griffbereit können mit natürlichen Arzneimitteln unproblematisch Wehwehchen gelindert werden. Ohne besondere Nebenwirkungen oder einen Arztbesuch, der Kinder und Eltern zusätzlich stresst. In vielen Familien ersetzen daher Produkte aus Ringelblume, Arnika, Baldrian oder Kamille so manches klassische Medikament. Derzeit sind mehrere Hundert Pflanzen zur Verwendung in Arzneimitteln anerkannt. 

Phytopharmaka: Rücksprache mit Kinderarzt halten

Im Gegensatz zu den ebenfalls sehr beliebten homöopathischen Präparaten ist die Wirksamkeit mancher pflanzlicher Arzneimittel dabei nicht nur durch langjährige Erfahrung, sondern auch durch wissenschaftliche Nachweise belegt. Das gilt etwa für Hopfen und Baldrian bei Schlafstörungen, für Pestwurz gegen Heuschnupfen, Ginko gegen Konzentrationsschwäche oder Johanniskraut bei gedrückter Stimmung. Gut zu wissen: Es können auch Nebenwirkungen auftreten, gerade im Zusammenspiel mit anderen Medikamenten oder bei bestimmten Dispositionen des Patienten. So können intensive ätherische Öle und manch andere Inhaltsstoffe allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten auslösen. Es ist also ratsam, sich im Zweifel lieber einmal mehr beim Kinderarzt oder Apotheker zu informieren.

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